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Wachtendonk

Katholische Pfarrkirche Sankt Michael

Kirchplatz • D-47669 Wachtendonk

Kirche

Mit dem Bau der gotischen Pfarrkirche St. Michael wurde nach 1381 begonnen, als Erzbischof Friedrich Graf von Saarwerden den Bau einer Kapelle zu Ehren der Heiligen Dreifaltigkeit und der Gottesmutter genehmigte. Sankt Michael wid als Patron erst 1419 erwähnt. Nach einem Brand 1516 wurde die schwer beschädigte Kapelle wieder aufgebaut. Beim großen Stadtbrand 1708 erneut schwer beschädigt, wurde sie unter Mithilfe der Herrin von Wachtendonk, Dorothea Fürstin von Dietrichstein, geborene Prinzessin zu Salm-Salm wiederhergestellt. Das Kirchengebäude wurde in den Jahren 1873, 1905 und 1972 bis 1977 grundlegend renoviert.

Orgel

Die Existenz einer Orgel in der über 600 Jahre alten gotischen Pfarrkirche von Wachtendonk ist erstmals 1684 durch die Erwähnung eines Organisten belegt. 1715 baute Rombold Honseler aus Aachen eine neue Orgel. 1883 wurde dieses Instrument wiederum durch ein größeres Werk von dem Kempener Orgelbauer Chrysanth Henseler ersetzt, dessen Prospektfront heute noch erhalten ist (Entwurf und Lieferung durch den Bildhauer Perey aus Kempen). Bis in die 1920er Jahre tat das Instrument seinen Dienst, wurde dann zeitentsprechend grundtönig umdisponiert und auf Membranenladen Seifertscher Bauart neu errichtet. Ein weiterer Umbau erfolgte nach dem Zweiten Weltkrieg, wobei wiederum zeitgemäß die Orgel elektrifiziert und die Disposition aufgehellt wurde. Da die Orgel bald nicht mehr befriedigte, wurde in den 1960er Jahren ein Elektronium aufgestellt, dessen Lautsprecher hinter den Pfeifenprospekt gestellt wurden.

1988 konnte endlich ein neues Instrument von der Orgelbauwerkstatt Romanus Seifert & Sohn aus Kevelaer errichtet werden. Bei der Konzeption der neuen Orgel stand die Cavaillé-Coll-Orgel von Saint-Étienne in Elbeuf (1898) Pate, an der sich vor allem die Ausführung des Pfeifenwerks orientiert (Gesamtzahl der Pfeifen: 1451). Auch Windladen, Trakturen und Spieltisch sind deutlich dem Vorbild Aristide Cavaillé-Colls in seiner späten Schaffensperiode nachempfunden.

Haupt- und Pedalwerk stehen auf einer gemeinsamen Lade hinter der Prospektfront. Darunter ist das Récit untergebracht, dessen Schwellertüren sich nur um etwa 45° öffnen lassen, das aber dennoch eine außerordentlich hohe Wirksamkeit besitzt. Die feierliche Einweihung fand am 5. Mai 1988 mit Daniel Roth (Paris) an der Orgel statt. Der mächtige, breite Klang vermag den Kirchenraum gut zu füllen.

Aus Platzgründen musste der Spieltisch seitlich links an die Orgel angebaut werden. Er ist nach Cavaillé-Collschem Vorbild gebaut; die Registerstaffeln liegen in je vier Reihen links und rechts neben den drei Manualen (davon das erste als Koppelmanual). Auf der rechten Seite befinden sich die „Jeux de combinaison“. Durch Drehen dieser Registerzüge (außer Voix humaine) um 90° im Uhrzeigersinn können entsprechenden Registerkombinationen vorgewählt und durch die Appel-Tritte aufgerufen werden. Als Fußtritte über der Pedalklaviatur sind vorhanden: Tirasses / Appels: Pédale, Cornet, Jeux de Combinaison G.O. und Réc. / Trémolo Récit / Expression (Schwelltritt).

Die Trakturen sind mechanisch. Die Schleifladen haben doppelt angelegte Spielventile, die Betätigung des zweiten Ventils erfolgt jeweils über Barkerhebel.

Disposition

I. Clavier d’Accouplemt.   C – g³

II. Grand Orgue               C – g³

III. Récit expressif         C – g³

[II und III auf I]

Bourdon                                    16’

Montre                                          8’

Bourdon                                       8’

Flûte harmonique                 8’

Salicional                                     8’

Prestant                                        4’

*Doublette                                2’

Cornet [5fach]

*Plein-Jeu [4fach]

*Trompette                               8’

*Clairon                                        4’

Flûte traversière                     8’

Voix céleste                                8’

Viole de Gambe                       8’

Flûte octaviante                      4’

*Quinte                                   22/3

*Octavin                                        2’

*Carillon [1-3fach]

*Basson et Hautbois             8’

*Trompette                                8’

Voix humaine                            8’

 

Pédale                                     C – f¹

Spielhilfen

Soubasse                                    16’

Flûte                                                8’

*Bombarde                              16’

*Trompette [Tr. II]                 8’

*Clairon [Tr. II]                          4’

Tirasse G.O.

Tirasse Réc.

Anches Péd. Appel/Renvoi

Appel Cornet

Expression [Schwelltritt]

*Jx de Comb. G.O. Appel/Renvoi

*Jx de Comb. Réc. Appel/Renvoi

Trémolo Réc.

 

Soufflérie [Windmotor]

Sonnette [Schellenzug]

© Gabriel Isenberg, 2000

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