<<<  159  >>>

Dillenburg

Evangelische Stadtkirche

Kirchberg • D-35683 Dillenburg

Kirche

Die barocke Johanniskirche oberhalb der Altstadt von Dillenburg wurde 1489-1501 erbaut, Schiff und Westturm wurden 1594-97 umgebaut und nach einem Brand 1760 durch eine Granate in den Jahren 1771-72 renoviert. Die umfangreichen Restaurierungsarbeiten mit der Freilegung der barocken Farbfassung konnten 1990 abgeschlossen werden. Im Glockenturm versieht noch heute die Walpurgis-Glocke von 1510 ihren Dienst. Unter dem Chorraum der Kirche befindet sich die Grablege des Hauses Nassau-Dillenburg.

Orgel

Die erste Orgel der Dillenburger Stadtkirche baute Georg Henrich Wagner (1610-1686) aus Lich im Jahre 1659; sie wurde 1680 von Wagner umgebaut. Dieses Instrument wurde 1719 durch eine hinterspielige Orgel von Florentius Wang († 1742) aus Hadamar ersetzt (Disposition: MAN Principal 8’, Gedackt 8’, Gambe 8’, Quinte 3’, Flöte 4’, Octav 2’, Terz, Mixtur 3f., Cimbel 2f. 1’, Cornett 2’; PED Subbaß 16’, Großoctav 8’, Posaune 16’). Nach Brandschäden 1760 musste die Orgel von Johann Gottlieb Hausmann aus Siegen repariert werden.

Beim Orgelneubau 1880 durch die Firma E. F. Walcker aus Ludwigsburg wurde die alte Orgel nach Niederlibbach verkauft (Disposition der Walcker-Orgel: MAN1 Bourdon 16’, Principal 8’, Gambe 8’, Hohlflöte 8’, Gemshorn 8’, Octave 4’, Rohrflöte 4’, Mixtur 3-4f., Trompete 8’; MAN2 Geigenprincipal 8’, Gedackt 8’, Salicional 8’, Flöte 4’; PED Subbaß 16’, Violonbaß 16’, Violoncello 8’). Die Walcker-Orgel wurde 1933 durch Weigle (Echterdingen) und 1970 durch Walcker (Ludwigsburg) verändert (Pneumatisierung 1933 und Dispositionsänderungen).

1976 baute die Werkstatt Gebr. Oberlinger (Windesheim) eine neue Orgel für Niederlibbach und konnte so das alte Dillenburger Gehäuse erwerben. Sie stellte es für die neue Orgel in Dillenburg zur Verfügung, die sie in mehreren Abschnitten ab 1990 baute. Im ersten Bauabschnitt wurde 1990 ein Instrument mit 30 Registern auf zwei Manualen und Pedal aufgestellt. Dabei wurde das Hauptwerk in das barocke Hauptgehäuse von Florentius Wang gesetzt, wobei im Prospekt Pfeifen des Cornett und des Principal 8’ stehen. In einem dezent weiß gestrichenen, neuen Hintergehäuse sind zu beiden Seiten das Pedalwerk und in der Mitte das Schwellwerk aufgestellt. 1993/94 wurden die Register Gamba 8’, Quint 3’ und Cymbel 2f. 1’ im Hauptwerk hinzugefügt. Und 2002 konnte durch Spenden das mit 10 Registern besetzte Rückpositiv aufgestellt werden. Außerdem wurden hinter der neuen bekrönenden Engelsfigur nun ein Glockenspiel und der Vogelruf „Usignolo“ installiert. Der Einbau einer elektronischen Setzeranlage, die in die mechanischen Registertrakturen eingreift, ist vorgesehen, aber noch nicht verwirklicht.

Die Registerzüge des Hauptwerks sind links neben Manualen und Notenpult angeordnet, entsprechend rechts die Züge des Schwellwerks. An beiden Seiten in der äußersten Reihe liegen die Pedalregister-Züge. Die elektrisch funktionierenden Züge für Koppeln, Glockenspiel und Cymbelstern sind in einer Reihe über dem III. Manual angeordnet. Die Züge für das Rückpositiv befinden sich in einer Reihe untereinander rechts an der Gehäuse-Rückwand des Rückpositivs. Vorhanden, aber noch ohne Funktion, sind für eine Setzeranlage die Druckknöpfe unter dem ersten Manual und zwei Sequenzertritte links und rechts vom Schweller-Tritt.

Register- und Spieltraktur sind vollmechanisch, das System: Schleifladen. Die Koppeln funktionieren (sowie ihre Züge) elektrisch.

Disposition

I. Rückpositiv                    C – g³

II. Hauptwerk                   C – g³

III. Schwellwerk              C – g³

54 Gedackt                                  8’

55 Quintade                               8’

16 Bourdon                             16’

17 Principal                               8’

30 Hohlflöte                               8’

31 Gedackt                                  8’

56 Traversflöte                         8’

57 Principal                                4’

58 Koppelflöte                         4’

59 Sesquialter 2f.

60 Octave                                     2’

61 Quinte                               11/3

62 Sifflöte                                    1’

63 Vox humana                        8’

64 Tremulant

65 Usignolo

10 Bourdon                                8’

11 Gamba                                    8’

18 Octave                                    4’

12 Gedacktflöte                      4’

19 Quinte                                    3’

20 Superoctave                       2’

14 Cornett 5fach [ab f¹]     8’

21 Mixtur 4fach                11/3

13 Cymbel 2fach                 [1’]

15 Trompete                             8’

22 Tremulant

38 Salicional                               8’

39 Vox coelestis [ab c¹]       8’

32 Principal                                4’

40 Offenflöte                             4’

33 Nasard                               22/3

34 Octavin                                   2’

41 Terz                                     13/5

35 Mixtur 3-4fach                   2’

43 Basson                                  16’

36 Trompette harm.             8’

42 Hautbois                                8’

37 Tremulant

 

Pedal                                        C – f¹

Koppeln u. Nebenregister

Spielhilfen

1 Principalbass                       16’

5 Subbass                                   16’

2 Octavbass                                 8’

6 Gedacktbass                           8’

3 Octavbass                                 4’

4 Mixtur 4fach                    22/3

7 Posaune                                 16’

8 Clairon                                       4’

44 III-Ped.

45 II-Ped.

46 I-Ped.

47 III-I

48 III-II

49 I-II

50 Glockenspiel I

51 Glockenspiel II

52 Glockenspiel III

53 Cymbelstern

Elektronische Setzeranlage (8x8) mit Sequenzern, Tutti, Nulltaster und Lückenspeicher vorgesehen

© Gabriel Isenberg, 2002

A

B

C

D

E

F

G

H

I

J

K

L

M

N

O

P

Q

R

S

T

U

V

W

X

Y

Z

++