Langenei (Lennestadt)

Kath. Pfarrkirche St. Johannes Baptist

Orgel: W. F. Stegerhoff, Inh. Georg Effertz (Paderborn), 1971.


© Gabriel Isenberg, 09.04.2014
© Gabriel Isenberg, 09.04.2014

Bereits Anfang des 19. Jahrhunderts gab es in Langenei eine Kapelle, die bis 1901 zugleich als Schulraum diente. 1908 wurde der alte Chorraum abgebrochen und zusammen mit einer neuen Sakristei neu errichtet, um den Kirchenraum für die stark anwachsenden Kirchenbesucherzahlen zu erweitern. Ab 1921 verfügte Langenei über einen eigenen Seelsorger. Die heutige Kirche wurde am 11. Dezember 1932 geweiht; der Chorraum von 1908 wurde in den nach den Plänen des Paderborner Dombaumeisters Kurt Matern errichteten Neubau einbezogen. 1940 wurde Langenei zur selbständigen Pfarrei erhoben, heute gehört der Ort zum Pastoralen Raum Lennestadt. In den Jahren 1973 sowie 1994–96 fanden umfassende Renovierungsarbeiten am Kirchengebäude statt.

Bereits in der alten Kapelle muss es eine kleine Orgel gegeben haben, da im Februar 1902 eine Orgelreparatur durch den Tischler Anton Hamers aus Altenhundem belegt ist. Auch die Inventarverzeichnisse von 1912 und 1927 nennen eine Orgel, die späteren Berichten zufolge dreineinhalb Register hatte. In der neuen Kirche errichtete Ernst Tennstädt aus Lippstadt (unter Verwendung älterer Bestandteile) eine neue Orgel mit sieben Registern auf pneumatischen Kegelladen, die am 19. Juli 1936 eingeweiht wurde.

Im Rahmen der Kirchenrenovierung Anfang der 1970er-Jahre bildete die 1000 Dollar große Spende des nach Amerika ausgewanderten Gemeindemitglieds Henry Hesse der Anstoß für den Bau einer neuen und größeren Orgel. Das 42.000 DM teure Instrument wurde von dem Paderborner Orgelbauer Georg Effertz (Orgelbauanstalt W. F. Stegerhoff) erbaut und am 26. September 1971 eingeweiht. Effertz übernahm einige Register aus der alten Orgel und verwendete sie für die Register Blockflöte (HW), Gedackt (OW) und die Pedalregister. Der freistehende Spieltisch ist frontal vor der Orgel aufgestellt und über elektrische Trakturen mit dem Orgelwerk verbunden; der Klang ist durchaus ausgewogen und ausreichend grundtönig.

I. MANUAL | C–g³

Holzflöte 8'

Prinzipal 4'

Rohrflöte 4'

Blockflöte 2'

Mixtur 3f.

Koppel II-I

II. MANUAL | C–g³

Gedackt 8'

Gemshorn 4'

Oktave 2'

Sifflöte 1 1/3'

Scharf 3f.

PEDAL | C–f¹

Subbaß 16'

Gedackt 8'

Choralbaß 4'

Koppel II-P

Koppel I-P


Freie Kombination, Auslöser, Tutti.

Elektrische Schleiflade.


Quellen und Literatur: Zeitungsberichte im Sauerländischen Volksblatt (10.12.1932, 13. und 22.07.1936) und in der Westdeutschen Volkszeitung (13.12.1932) ⋄ Unterlagen im kath. Pfarrarchiv Langenei ⋄ Eigener Befund.

 

Nr. 483 | Die Orgel habe ich am 09.04.2014 im Rahmen meiner Recherchen zur Orgellandschaft Südwestfalen besucht.

© Dr. Gabriel Isenberg | Letzte Änderung: 11.12.2025.